Das Smartphone revolutioniert die Textilreinigung

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Der Trend zu Online-Dienstleistungen macht auch vor der Textilreinigung nicht Halt: Verbraucher wollen geeignete Fachbetriebe schnell und einfach finden und ihre Reinigungsaufträge möglichst unkompliziert abwickeln, zum Beispiel über eine App. Für eine solche kundenfreundliche Dienstleistung ist eine hohe Prozesstransparenz im Betrieb notwendig, weshalb Maschinen- und Anlagenhersteller sowie Software-Anbieter relevante Informationen online und in Echtzeit verfügbar machen. Aktuelle Lösungen zeigt die Branche vom 20. bis 24. Juni auf der Texcare International in Frankfurt am Main.

Einkäufe und Besorgungen werden zunehmend über Smartphones, Tablets und PCs geplant und abgewickelt. Der rund um die Uhr verfügbare Zugang zu Shoppingportalen hat vor allem bei der Generation Y, aber auch in anderen Altersklassen hohe Erwartungen an einen schnellen und bequemen Zugang zu Dienstleistungen geschürt. Statt an Öffnungszeiten gebunden zu sein, wollen sie ihre Angelegenheiten rund um die Uhr und mit wenigen Klicks erledigen können.

Das geänderte Anspruchsdenken hat längst auch die Textilreinigung erfasst. „Wer Hemden, Anzug oder Kostüm zur Aufbereitung weggeben möchte, sucht den nächstliegenden Fachbetrieb heutzutage meist per Smartphone“, berichtet Daniel Dalkowski von der Europäischen Forschungsvereinigung Innovative Textilpflege (EFIT) in Berlin. „Die Homepage einer Reinigung, deren Eintrag in Suchmaschinen oder in sozialen Medien sind für Menschen auf Reisen, im Urlaub oder Ortswechsler die erste Informationsquelle. Um Betrieben einen Überblick zu verschaffen, welche Möglichkeiten das Internet bei der Kundengewinnung und -bindung bietet, haben wir in Zusammenarbeit mit der Hochschule Landshut einen Leitfaden zum Einstieg ins Online-Wäscherei- und Textilreinigungsbusiness erstellt. Unseren Mitgliedern steht er bereits zur Verfügung, aber auf der Texcare wollen wir ihn einem breiteren Publikum vorstellen.“

Kundengewinnung einer jungen Generation

Apps sind ein weiterer Baustein für eine uneingeschränkte Erreichbarkeit von Textilreinigungen. Auf die Branche und ein Unternehmen zugeschnittene Anwenderprogramme verbinden den Verbraucher mit „seinem“ Dienstleister, der dadurch die Möglichkeit hat, über die digitale Kundenkarte personalisierbare Informationen zur Verfügung zu stellen. „Diese können vom aktuellen Auftragsbestand und einer Übersicht über die Auftragshistorie bis zu Bonusprogrammen, Newslettern, Rabatt- oder Abonnementangeboten reichen und sollten in jedem Fall eine Online-Bezahlfunktion bieten“, weiß Stefan Düchting, der mit seinen Software-Lösungen Reinigungen auf dem Weg ins Online-Geschäft unterstützt. „Über eine leicht bedienbare App wird die Textilpflege vor allem für ‚Digital Natives‘ attraktiv, denn sie erwarten eine unkomplizierte Auftragsabwicklung und Kommunikation per Smartphone. Dafür muss hinter der Anwendung eine intelligente Software oder ein cloudbasiertes Web-Interface stehen, die dem App-Nutzer die für ihn notwendigen Daten aus dem Betrieb zur Verfügung stellt.“ Eine zuverlässige Abstimmung der Schnittstellen ist dabei oberste Pflicht; andernfalls wird das System sofort durch schlechte Bewertungen abgestraft.

Online-Portale als Geschäftsvermittler

Für die digitale Kommunikation zwischen Konsumenten und Textilpflegebetrieben werden – neben den für eine Reinigung individualisierbaren Software-Systemen – auch verschiedene Reinigungsportale angeboten. Diese folgen dem Prinzip von Hotelbuchungsplattformen und treten als Vermittler zwischen beiden Seiten auf: Der Kundenauftrag wird über eine App eingegeben und über das Portal an ein angeschlossenes Textilpflegeunternehmen weitergeleitet. Der Betrieb kümmert sich dann entsprechend der vereinbarten Konditionen um die Abwicklung der ihm zugewiesenen Bestellung. Die Abholung und Anlieferung der Ware gehören dabei meist zum Service.

Industrie 4.0 in der Textilreinigung

Was auf Verbraucherseite dank einfach bedienbarer Apps wie ein Selbstläufer erscheint, geht auf Seite der Reinigungsbetriebe mit einem zunehmenden Digitalisierungsgrad der Anlagen einher. Vollautomatisierte Annahme- und Ausgabeautomaten etwa nehmen die Wäsche des Kunden rund um die Uhr entgegen, steuern sie in den Betrieb ein und geben die Ware über eine App-Funktion wieder aus. Auch RFID-Chips kommen zum Einsatz: Mit Hilfe dieser kleinen Transponder, die direkt an der Kundenkleidung angebracht sind, können Lesegeräte die aktuelle Position eines Kleidungsstücks im Betrieb verfolgen und die fertiggestellte Ware automatisch aussteuern, sobald der Kunde das Ladenlokal betritt.

Digitale Helfer

Unabhängig vom Automatisierungsgrad eines Textilpflegebetriebs müssen zwei wesentliche Bedingungen immer erfüllt sein: Die Prozesse sollen reibungslos laufen und Störungen müssen schnell zu beheben sein. „Da den Angestellten eines Textilreinigungsbetrieb in der Regel das maschinen- und prozesstechnische Knowhow fehlt, müssen die Maschinen das entsprechende Fachwissen mitbringen und Mechanismen enthalten, die eine eindeutige Fehlerortung ermöglichen“, betont Dirk Freitag, Geschäftsführender Gesellschafter von Multimatic Ilsa (Melle, Deutschland). „In unseren Reinigungsmaschinen verbauen wir an neuralgischen Punkten immer mehr Sensor- und Messtechnik, um die Ursache einer Störung schnell und eindeutig identifizieren zu können.“

Auf jede Frage eine Antwort

Bei der Vermittlung von Fachwissen nutzt der Hersteller von Textilreinigungsmaschinen, Böwe Textile Cleaning aus Sasbach, ebenfalls moderne Technologie. Das Unternehmen hat eine auf Android und iOS-Systemen nutzbare App entwickelt, die ihren Nutzern ein umfangreiches Wissen aus allen Bereichen der Wäschepflege vermittelt. „Im täglichen Betrieb treten die verschiedensten Fragen zu den Maschinen, den Verfahren und den angenommenen Textilien auf“, berichtet Böwes Geschäftsführer Frank Ziermann. „Die Böwe-App deckt jeden Belang eines Textilpflegeunternehmens ab: Die Informationen reichen von der Betriebsplanung bis zur Berechnung der Installationen, von Lösungsmittel-Eigenschaften bis zur richtigen Detachur, von der Faserkunde bis zum Umgang mit Reklamationen.“

Die Texcare International 2020, die vom 20. bis 24. Juni in Frankfurt am Main stattfindet, wird der Textilreinigungsbranche zahlreiche Neuerungen im Bereich digital gestützter Geschäftsmodelle präsentieren. Das Angebot reicht vom App-gestützten Kundenmarketing über clevere Systeme zur Prozessautomatisierung bis zu onlinegestützten Dokumentations- und Lernfunktionen. Mit diesen und weiteren Lösungen ebnen die Aussteller der Branche den Weg von der analogen in die digitale Welt.

Neben der Texcare International veranstaltet die Messe Frankfurt Fachmessen und Konferenzen für die Textilpflege in allen wichtigen Wirtschaftsregionen der Welt. (www.texcare.com/brand).

Alle News rund um die Events im Bereich Textile Care sind unter www.textile-care.messefrankfurt.com/newsroom zu finden.

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Hintergrundinformation Messe Frankfurt
Messe Frankfurt ist der weltweit größte Messe-, Kongress- und Eventveranstalter mit eigenem Gelände. Mehr als 2.600* Mitarbeiter an 30 Standorten erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 733* Millionen Euro. Wir sind eng mit unseren Branchen vernetzt. Die Geschäftsinteressen unserer Kunden unterstützen wir effizient im Rahmen unserer Geschäftsfelder „Fairs & Events“, „Locations“ und „Services“. Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal der Unternehmensgruppe ist das globale Vertriebsnetz, das engmaschig alle Weltregionen abdeckt. Unser umfassendes Dienstleistungsangebot – onsite und online – gewährleistet Kunden weltweit eine gleichbleibend hohe Qualität und Flexibilität bei der Planung, Organisation und Durchführung ihrer Veranstaltung. Die Servicepalette reicht dabei von der Geländevermietung über Messebau und Marketingdienstleistungen bis hin zu Personaldienstleistungen und Gastronomie. Hauptsitz des Unternehmens ist Frankfurt am Main. Anteilseigner sind die Stadt Frankfurt mit 60 Prozent und das Land Hessen mit 40 Prozent.
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* vorläufige Kennzahlen 2019